
Inhaltsverzeichnis
- Siegwette (Moneyline): Der Klassiker
- Handicap- und Puckline-Wetten
- Über/Unter (Totals): Tore prognostizieren
- Kombiwetten beim Eishockey: Chancen und Risiken
- Langzeitwetten: Meister, MVP und Saisonwetten
- Spezialwetten: Spieler-Props, Drittel-Wetten und Specials
- Welche Wettart passt zu Ihrer Strategie?
- Häufige Fragen zu Eishockey-Wettarten
Als ich vor neun Jahren meine erste Eishockey-Wette platziert habe, kannte ich genau eine Wettart: Siegwette. Team A schlägt Team B, fertig. Was ich damals nicht wusste – Eishockey bietet eine der vielfältigsten Wettlandschaften im gesamten Sportbereich. Drei Drittel, Overtime, Shootout, ständige Tempowechsel und ein Quotenschlüssel von 95 bis 97 Prozent bei den besten Anbietern machen diese Sportart zu einem Spielfeld, auf dem informierte Wetter echte Vorteile finden.
Die Struktur eines Eishockeyspiels erzeugt eine Markttiefe, die viele unterschätzen. Während ein Fußballspiel zwei Halbzeiten und selten mehr als drei Tore liefert, produziert ein NHL-Spiel im Schnitt über 6,1 Tore pro Partie – und das im dritten Jahr in Folge. Jedes Tor verschiebt die Dynamik, jeder Torhüterwechsel verändert die Erwartungswerte, jede Powerplay-Situation öffnet neue Fenster. Diese Dynamik spiegelt sich in den Wettmärkten wider: Von der einfachen Moneyline über Puckline-Handicaps bis hin zu Spieler-Props und Drittel-Wetten existiert ein ganzes Ökosystem an Möglichkeiten. In diesem Artikel zerlege ich jede einzelne Wettart, erkläre die Mechanik, rechne mit konkreten Zahlen vor und zeige, wann welcher Markt seinen Platz in einer durchdachten Eishockey-Wettstrategie hat.
Siegwette (Moneyline): Der Klassiker
Mein erster Gewinn im Eishockey kam über eine Siegwette – und ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich realisierte, dass „Sieg“ nicht gleich „Sieg“ bedeutet. Bei der Moneyline, wie sie im nordamerikanischen Raum heißt, tippen Sie schlicht auf den Gewinner eines Spiels. In der NHL und bei den meisten internationalen Wettanbietern zählt dabei das Endergebnis inklusive Overtime und Shootout. Das klingt einfach, hat aber eine Konsequenz, die viele Einsteiger übersehen: Ein Unentschieden nach 60 Minuten ist kein Unentschieden für Ihre Wette.
Die Mechanik funktioniert so: Jedes Team bekommt eine Quote zugewiesen. Der Favorit hat die niedrigere Quote, der Außenseiter die höhere. Bei einem NHL-Spiel zwischen einem Spitzenteam und einem Tabellenletzten sehen Quoten typischerweise so aus – der Favorit steht bei 1,40, der Außenseiter bei 2,80. Bei einem Einsatz von 50 Euro auf den Favoriten ergibt sich eine Auszahlung von 70 Euro, also 20 Euro Reingewinn. Derselbe Einsatz auf den Außenseiter bringt im Erfolgsfall 140 Euro zurück.
Jetzt wird es interessant: Im Eishockey existiert neben der Zweiwegwette auch die Dreiwegwette. Die Dreiwegwette berücksichtigt das Ergebnis nach regulärer Spielzeit – also nach 60 Minuten. Hier gibt es drei Ausgänge: Heimsieg, Auswärtssieg oder Unentschieden. Die Quoten sind entsprechend höher, weil die Wahrscheinlichkeit pro Ausgang sinkt. In 55 bis 60 Prozent aller NHL- und DEL-Spiele steht es nach dem ersten Drittel unentschieden – diese Zahl sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man die Dreiwegwette für das gesamte Spiel betrachtet.
Wann ergibt die Siegwette Sinn? Immer dann, wenn Sie eine klare Meinung zum Spielausgang haben und keine komplexere Marktstruktur brauchen. Für Einsteiger ist die Zweiwegwette der logische Startpunkt. Fortgeschrittene Wetter nutzen die Dreiwegwette gezielt, wenn sie nach der regulären Spielzeit ein Unentschieden erwarten und von den erhöhten Quoten auf den Remis-Ausgang profitieren wollen. In meiner Erfahrung liegt der echte Wert der Siegwette in ihrer Klarheit: Sie zwingt Sie, eine binäre Entscheidung zu treffen, statt sich in zu vielen Variablen zu verlieren.
Handicap- und Puckline-Wetten
Kennen Sie das Gefühl, wenn ein Spiel so klar scheint, dass die Siegwette auf den Favoriten kaum noch Rendite bringt? Genau dafür gibt es Handicap-Wetten. Sie verschieben die Ausgangslage künstlich und machen auch einseitige Partien wieder interessant – für den Wetter, nicht für das Team.
Die Puckline ist das Herzstück der Handicap-Wetten im Eishockey. In der NHL hat sich die Standard-Puckline bei ±1,5 Toren etabliert. Der Favorit muss mit mindestens zwei Toren Unterschied gewinnen, damit die Wette aufgeht. Der Außenseiter darf mit einem Tor Differenz verlieren und die Wette gilt trotzdem als gewonnen. Ein Beispiel: Team A ist Favorit mit einer Puckline-Quote von 2,10 bei -1,5, Team B steht bei 1,75 mit +1,5. Team A gewinnt das Spiel 4:2 – die Puckline-Wette auf Team A gewinnt, weil der Vorsprung genau zwei Tore beträgt. Gewinnt Team A hingegen nur 3:2, verliert die Puckline-Wette auf den Favoriten, obwohl das Team gewonnen hat.
Was viele nicht wissen: Neben der Standard-Puckline bieten einige Wettanbieter alternative Spreads an. Handicaps von ±2,5 oder ±3,5 Toren sind bei ausgewählten Spielen verfügbar, insbesondere bei erwarteten Kantersiegen. Auch asiatische Handicaps, die halbe und viertel Vorgaben erlauben und damit Push-Szenarien eliminieren, finden sich zunehmend im Eishockey-Angebot. Ein asiatisches Handicap von -1,25 etwa teilt den Einsatz in zwei Hälften: eine auf -1,0 und eine auf -1,5. Bei genau einem Tor Vorsprung gewinnt die Hälfte auf -1,0 nicht, wird aber zurückerstattet, während die Hälfte auf -1,5 verloren geht.
Der Heimvorteil spielt bei Handicap-Wetten eine messbare Rolle. In der NHL-Saison 2025 gewinnen Heimmannschaften 54 bis 56 Prozent ihrer Moneyline-Spiele. Gegen den Spread steht die Bilanz allerdings bei 50:50 – ein Signal dafür, dass die Wettanbieter den Heimvorteil bei den Handicap-Linien bereits korrekt einpreisen. Für Ihre Handicap-Strategie heißt das: Der Heimvorteil allein reicht nicht als Grundlage für eine Puckline-Wette. Sie brauchen zusätzliche Faktoren – Formkurve, Torhüterwechsel, Müdigkeit durch Back-to-Back-Spiele – um einen echten Edge zu finden.
Ich nutze Puckline-Wetten vor allem in zwei Situationen: Erstens, wenn ein klarer Favorit gegen ein erschöpftes Team antritt und die Moneyline-Quote unter 1,30 fällt. Dann bietet die Puckline bei 2,00 oder höher deutlich mehr Wert. Zweitens als Absicherung in Kombination mit einer Moneyline-Wette auf den Außenseiter – aber dazu mehr in der Sektion über Kombiwetten. Ein dritter, oft übersehener Einsatzbereich: Playoff-Serien, in denen ein Team nach zwei Heimsiegen auswärts ran muss. Die psychologische Dynamik in Playoffs verschiebt die Torverteilung, und Puckline-Märkte reagieren darauf manchmal verzögert.
Über/Unter (Totals): Tore prognostizieren
6,1 Tore pro Spiel – das ist der Durchschnitt der NHL in der Saison 2024/25, und zwar im dritten Jahr in Folge auf diesem Niveau. Wer sich mit Über/Unter-Wetten beschäftigt, muss diese Zahl kennen, denn sie ist der Anker, um den sich jede Totals-Linie dreht.
Bei einer Über/Unter-Wette geht es nicht darum, wer gewinnt. Die einzige Frage lautet: Fallen insgesamt mehr oder weniger Tore als die vom Wettanbieter gesetzte Linie? Eine typische NHL-Linie liegt bei 5,5 oder 6,0 Toren. Endet ein Spiel 4:3, also mit sieben Toren gesamt, gewinnt die Über-Wette. Endet es 2:1, also mit drei Toren, gewinnt die Unter-Wette. Bei einer Linie von genau 6,0 und einem Endergebnis mit exakt sechs Toren wird der Einsatz zurückerstattet – ein sogenannter Push.
Die Quotenstruktur bei Totals ist bemerkenswert symmetrisch. Über und Unter stehen häufig bei nahezu identischen Quoten, oft im Bereich 1,85 bis 1,95 auf beiden Seiten. Das liegt daran, dass der Wettanbieter die Linie so setzt, dass ungefähr gleich viel Geld auf beide Seiten fließt. Bewegt sich die Linie während der Woche von 5,5 auf 6,0 Tore, heißt das: Die Mehrheit der Wetter erwartet ein torreiches Spiel, und der Anbieter reagiert.
Für die Analyse brauchen Sie mehr als den Tordurchschnitt. Entscheidend sind die Torhüterleistungen beider Teams, die Powerplay-Effizienz, das Spieltempo gemessen an Schüssen pro Spiel und die Frage, ob ein Team in einem Back-to-Back-Szenario antritt. 77,6 Prozent aller NHL-Tore der Saison 2024/25 fielen bei gleicher Mannschaftsstärke – der höchste Wert seit über 50 Jahren. Dieser Trend hin zu Equal-Strength-Toren bedeutet, dass Powerplay-Statistiken allein nicht mehr ausreichen, um Totals korrekt einzuschätzen. Sie müssen das 5-gegen-5-Spiel beider Mannschaften verstehen.
Mein Ansatz bei Totals: Ich vergleiche die erwartete Torlinie mit meiner eigenen Schätzung, basierend auf den letzten zehn Spielen beider Teams. Weicht meine Einschätzung um mindestens einen halben Punkt von der gesetzten Linie ab, prüfe ich die Wette genauer. Liegt die Abweichung bei einem ganzen Punkt oder mehr, ist das in der Regel ein starkes Signal – vorausgesetzt, die Datenlage ist solide und nicht durch Ausreißer verzerrt.
Kombiwetten beim Eishockey: Chancen und Risiken
Ich sage es direkt: Kombiwetten sind die Wettart, bei der ich am meisten Lehrgeld bezahlt habe. Der Reiz ist offensichtlich – drei Spiele kombinieren, die Quoten multiplizieren sich, aus einem 20-Euro-Einsatz wird plötzlich ein dreistelliger Gewinn. Aber genau dieser Reiz ist das Problem, denn die Mathematik arbeitet bei Kombiwetten exponentiell gegen Sie.
Wie funktioniert eine Kombiwette? Sie fassen mehrere Einzeltipps in einem Schein zusammen. Alle Tipps müssen richtig sein, damit die Wette gewinnt. Die Einzelquoten werden miteinander multipliziert. Drei Spiele mit Quoten von 1,50, 1,80 und 1,60 ergeben eine Gesamtquote von 4,32. Bei 20 Euro Einsatz wären das 86,40 Euro Auszahlung. Klingt verlockend – bis man die Gegenrechnung macht.
Die einzelne Wahrscheinlichkeit jeder Wette multipliziert sich ebenfalls. Angenommen, jede Ihrer drei Wetten hat eine Trefferquote von 55 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei gleichzeitig eintreffen, liegt bei 0,55 mal 0,55 mal 0,55 – das sind 16,6 Prozent. In mehr als 83 von 100 Fällen verlieren Sie Ihren Einsatz komplett. Bei einer Vierfach-Kombi mit denselben Einzelwahrscheinlichkeiten sinkt die Gesamtwahrscheinlichkeit auf unter 10 Prozent. Der Wettanbieter verdient an jeder Position seinen Anteil, und bei einer Kombiwette multipliziert sich auch sein Vorteil.
Warum bieten Wettanbieter Kombiwetten so prominent an? Weil sie für den Anbieter hochprofitabel sind. Der eingebaute Margenvorteil jeder Einzelwette summiert sich über die Positionen. Bei drei Positionen mit je 5 Prozent Marge liegt der Gesamtvorteil des Anbieters nicht bei 15 Prozent, sondern höher, weil die Multiplikation der leicht verschobenen Wahrscheinlichkeiten den Effekt verstärkt.
Trotzdem gibt es Szenarien, in denen Kombiwetten einen Platz haben. Korrelierte Ereignisse innerhalb eines Spiels – etwa „Team X gewinnt“ und „Über 5,5 Tore“ – können sinnvoll kombiniert werden, wenn ein offensivstarkes Team auf einen schwachen Torhüter trifft. Zwei Positionen sind das Maximum, das ich persönlich kombiniere. Alles darüber hinaus ist für mich Unterhaltung, kein analytisches Werkzeug. Wenn Sie Kombiwetten nutzen, halten Sie den Einsatz klein und betrachten Sie ihn als das, was er ist: ein Hochrisiko-Produkt mit entsprechender Renditeerwartung.
Langzeitwetten: Meister, MVP und Saisonwetten
Haben Sie sich jemals gefragt, warum manche Wetter schon im September ihre Stanley-Cup-Tipps abgeben – Monate bevor die Playoffs überhaupt beginnen? Langzeitwetten, auch Futures oder Outrights genannt, erlauben genau das: Sie setzen auf ein Ergebnis, das erst Wochen oder Monate später feststeht. Und genau in diesem Zeitraum liegt ihr größtes Potenzial.
Die gängigsten Langzeitwetten im Eishockey umfassen den Meistertitel (Stanley Cup, DEL-Meister, WM-Sieger), den MVP-Award, den besten Torschützen einer Saison, den Aufsteiger oder Absteiger und die Conference-Sieger. Die Quoten werden vor Saisonbeginn gesetzt und verändern sich laufend, je nach Leistung der Teams, Verletzungen und Transfers.
Der Mechanismus dahinter ist eigentlich simpel: Der Wettanbieter bietet für jedes mögliche Ergebnis eine Quote an. Alle Quoten zusammen ergeben einen Markt, in dem der Anbieter seine Marge einkalkuliert. Bei einem Meisterschaftsmarkt mit 32 NHL-Teams summieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten auf deutlich über 100 Prozent – die Differenz ist der Gewinn des Anbieters. Je mehr Teilnehmer ein Markt hat, desto größer ist typischerweise die Marge.
Was Langzeitwetten attraktiv macht: Frühzeitige Analyse wird belohnt. Wer vor Saisonbeginn erkennt, dass ein Team durch kluge Kaderentscheidungen stärker geworden ist, findet oft Quoten, die den tatsächlichen Marktwert des Teams noch nicht widerspiegeln. Der Salary Cap in der NHL – aktuell bei 95,5 Millionen Dollar – erzwingt jedes Jahr Kaderbewegungen, die manche Teams stärken und andere schwächen. Wer diese Dynamik versteht, hat bei Futures einen Informationsvorsprung.
Die Kehrseite: Ihr Kapital ist gebunden. Ein Einsatz auf den Stanley-Cup-Sieger im Oktober bleibt bis Juni blockiert. Das ist Geld, das Sie in der Zwischenzeit nicht für andere Wetten nutzen können. In meinem Ansatz reserviere ich maximal 5 Prozent meines Gesamtbudgets für Langzeitwetten und platziere sie in zwei Fenstern – vor Saisonbeginn und rund um die Trade Deadline, wenn Konturen der Playoff-Teams sichtbar werden.
Neben den Saisonwetten der großen Ligen bieten internationale Turniere weitere Futures-Optionen. Die Eishockey-Weltmeisterschaft und olympische Turniere erzeugen kurzfristige Langzeitmärkte, bei denen sich die Quotenbewegungen konzentriert in wenigen Wochen abspielen. Hier liegt der Vorteil oft bei Wettern, die die Kaderzusammenstellung einzelner Nationalteams besser kennen als der Markt, der seinen Fokus auf die großen Ligen richtet. Wer weiß, welcher Torhüter die Nummer eins bekommt und wie sich die Sturmreihen eines Teams formieren, findet in diesen Märkten regelmäßig Value.
Spezialwetten: Spieler-Props, Drittel-Wetten und Specials
Letzten Winter habe ich eine Wette auf die Anzahl der Saves eines bestimmten Torhüters gewonnen – nicht weil ich den Ausgang des Spiels kannte, sondern weil ich wusste, dass das gegnerische Team im Schnitt 35 Schüsse pro Spiel produziert und der Torhüter eine Save Percentage von 92 Prozent hielt. Spezialwetten, oder Props (von „Propositions“), öffnen eine Dimension, die über das Spielergebnis hinausgeht.
Spieler-Props umfassen Wetten auf individuelle Leistungen: Tore eines bestimmten Spielers, Assists, Schüsse aufs Tor, Saves des Torhüters oder sogar Strafminuten. Diese Märkte sind besonders in der NHL tief und vielfältig. Die Quoten spiegeln die statistischen Erwartungswerte wider, aber die Anbieter investieren weniger Analyseressourcen in Props als in die Hauptmärkte. Das bedeutet: Wer die Spielerstatistiken genauer kennt als der Markt, findet hier regelmäßig Wert.
Drittel-Wetten sind ein Markt, den ich besonders schätze. Sie können auf den Sieger jedes einzelnen Drittels setzen oder auf die Torzahl pro Abschnitt. 55 bis 60 Prozent aller NHL- und DEL-Spiele enden nach dem ersten Drittel unentschieden. Wer diese Zahl kennt, weiß: Das Unentschieden im ersten Drittel ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Merkmal des Eishockeys. Teams tasten sich ab, Torhüter sind frisch, die Intensität ist hoch, aber die Torproduktion niedrig. Erst im zweiten und dritten Drittel steigt die Zahl der Treffer – und damit ändern sich auch die Wertstrukturen der Drittel-Märkte.
Weitere Specials umfassen die Wette auf das erste Tor (welches Team trifft zuerst?), die Zeitspanne bis zum ersten Tor, die Gesamtzahl der Strafminuten in einem Spiel und in manchen Fällen sogar, ob ein Spiel in die Overtime geht. Diese Nischenmärkte haben oft höhere Margen als die Standardmärkte, bieten aber auch weniger Liquidität – die Quoten können sich nach wenigen großen Einsätzen spürbar bewegen.
Für wen eignen sich Spezialwetten? Für Wetter, die einzelne Spieler oder Teamstatistiken detailliert verfolgen. Wenn Sie die letzten zwanzig Spiele eines Torhüters analysiert haben und seine Performance gegen offensive Schwergewichte kennen, sind Saves-Props Ihr Terrain. Wenn Sie verstehen, warum ein bestimmtes Sturmduo in Heimspielen torproduktiver ist als auswärts, sind Spieler-Props auf Tore oder Punkte Ihr Ansatzpunkt. Spezialwetten belohnen Spezialwissen – und sie bestrafen Bauchgefühl schneller als jeder andere Markt, weil die Margen höher und die Fehlertoleranz geringer ist.
Welche Wettart passt zu Ihrer Strategie?
Die Frage „Welche Wettart soll ich nutzen?“ beantworte ich in Gesprächen mit anderen Wettern immer gleich: Es kommt nicht auf die Wettart an, sondern auf Ihre Informationslage. Eine Siegwette auf einen Favoriten ist nicht besser oder schlechter als eine Über/Unter-Wette – entscheidend ist, ob Sie einen Informationsvorsprung haben, der die jeweilige Wettart unterstützt.
Sophia Chayka, Analystin mit Fokus auf Sportwetten-Modelle, hat es treffend formuliert: Die Vorhersagbarkeit von Eishockeyspielen nimmt ab, die Fehlerrate der Wettlinien steigt. Das ist keine schlechte Nachricht für informierte Wetter – es ist eine Einladung. In einem Markt, in dem die Ergebnisse schwerer vorhersagbar werden, steigt der relative Wert guter Analyse. Aber Sie müssen Ihre Analyse dort ansetzen, wo Sie tatsächlich etwas wissen.
Lassen Sie mich das an vier Wettertypen verdeutlichen. Der Ergebnisorientierte wettet auf Spielausgänge und fühlt sich bei Siegwetten und Handicaps zu Hause. Er braucht ein gutes Verständnis der Teamstärken, der Formkurve und der taktischen Matchups. Der Statistiker arbeitet mit Zahlen und findet seinen Vorteil bei Über/Unter-Wetten und Spieler-Props, weil diese Märkte direkt an messbare Werte gekoppelt sind. Der Stratege denkt langfristig, analysiert Kaderentwicklungen und Salary-Cap-Dynamiken – Langzeitwetten sind sein natürliches Terrain. Und der Spezialist kennt eine Liga oder ein Team besser als jeder Wettanbieter und nutzt dieses Wissen in den Nischenmärkten der Spezialwetten.
Was ich über die Jahre gelernt habe: Die meisten erfolgreichen Wetter spezialisieren sich auf ein bis zwei Wettarten und werden dort richtig gut, statt alle Märkte oberflächlich zu bespielen. Der Quotenschlüssel von 95 bis 97 Prozent bei den besten NHL-Anbietern gibt Ihnen grundsätzlich faire Ausgangsbedingungen. Aber faire Bedingungen allein reichen nicht – Sie müssen eine Kante finden, und die finden Sie dort, wo Ihr Wissen tiefer geht als das des Marktes.
Starten Sie mit dem Markt, den Sie am besten verstehen. Sammeln Sie Daten, testen Sie Ihre Thesen mit kleinen Einsätzen und erweitern Sie Ihr Repertoire erst, wenn Sie in Ihrem Kernbereich konstant gute Entscheidungen treffen. Der Rest kommt von selbst.
Ein letzter Punkt, den ich aus Erfahrung teilen möchte: Die Verfügbarkeit der Wettarten unterscheidet sich erheblich je nach Liga. Die NHL bietet das volle Spektrum – Moneyline, Puckline, Totals, Spieler-Props, Drittel-Wetten und Specials sind bei allen großen Anbietern verfügbar. Bei der DEL sieht das anders aus. Hier beschränken sich viele Wettanbieter auf die Grundmärkte: Siegwette, einfaches Handicap und Über/Unter. Props und Drittel-Wetten sind seltener und mit höheren Margen versehen. Die KHL und internationale Turniere liegen dazwischen. Für die Wahl Ihrer Wettart ist also nicht nur Ihre Informationslage entscheidend, sondern auch die praktische Frage: Welche Märkte stehen für die Liga überhaupt zur Verfügung, und sind die Quoten dort fair genug, um einen echten Edge umzusetzen?
Häufige Fragen zu Eishockey-Wettarten
Was ist der Unterschied zwischen Handicap und Puckline?
Die Puckline ist eine spezifische Form der Handicap-Wette, die in der NHL als Standard gilt. Sie arbeitet mit einer festen Vorgabe von ±1,5 Toren. Europäische Handicap-Wetten bieten flexiblere Vorgaben – etwa ±2,5 oder ±3,5 Tore. Asiatische Handicaps gehen noch weiter und erlauben Viertel-Vorgaben wie ±1,25, wodurch Push-Szenarien eliminiert werden. In der Praxis meint Puckline immer ±1,5, während Handicap der Oberbegriff für jede Form der Torvorgabe ist.
Lohnen sich Kombiwetten beim Eishockey?
Mathematisch arbeiten Kombiwetten gegen den Wetter, weil sich die Marge des Anbieters mit jeder Position multipliziert. Bei drei Positionen mit je 55 Prozent Trefferquote liegt die Gesamtwahrscheinlichkeit bei nur 16,6 Prozent. Kombiwetten aus maximal zwei korrelierten Ereignissen innerhalb eines Spiels sind vertretbar. Alles darüber hinaus ist statistisch ein Nachteil, den selbst gute Analyse nur schwer ausgleicht.
Welche Wettart hat die besten Quoten beim Eishockey?
Die Siegwette (Moneyline) bietet in der NHL den besten Quotenschlüssel – bei den Top-Anbietern liegt er zwischen 95 und 97 Prozent. Handicap- und Über/Unter-Märkte folgen knapp dahinter. Spezialwetten und Spieler-Props haben typischerweise höhere Margen, bieten dafür aber Chancen für Wetter mit tiefem Spezialwissen. Grundsätzlich gilt: Je populärer der Markt, desto enger die Margen und desto fairer die Quoten.
Kann man auf einzelne Spielerleistungen wetten?
Spieler-Props gehören zu den vielfältigsten Wettmärkten im Eishockey. Sie können auf Tore, Assists, Schüsse aufs Tor, Saves des Torhüters und in manchen Fällen auf Strafminuten oder Eiszeit einzelner Spieler wetten. Die NHL bietet die tiefsten Spieler-Prop-Märkte, aber auch bei DEL-Spielen sind zunehmend individuelle Wettoptionen verfügbar.